Gebietsreform - Schöllnstein

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Gebietsreform

Unser Dorf

Der »Mühlbach« bildete die Grenze in Schöllnstein. Die Mehrzahl der Bürger, welche zur Gemeinde lggensbach gehörten, wohnte oberhalb des teilweise überbauten schmalen Gewässers. Der kleinere Teil, welcher zum Markt Hofkirchen und damit zum Landkreis Passau gehörte, wohnte unterhalb des Mühlbaches.Außerdem gab es im Ort noch ein Haus, das der Gemeinde Winzer zugeordnet war.Aus dieser Gegebenheit resultierte auch Bayerns längste Kegelbahn. Wenn nämlich die Kugel im Wirtshaus, das genau an der Landkreisgrenze stand, im Landkreis Deggendorf geschoben wurde, fielen die Kegel im Landkreisgebiet von Passau.Die kaum mehr als hundert Einwohner von Schöllnstein lebten seit Jahren mit diesem Zwiespalt und seinen Folgen. Die Landkreisreform änderte daran ebensowenig wie die Gemeindegebietsreform.Am 18. Juni 1980, so glaubten die Schöllnsteiner, sollte das Tauziehen um den Grenzort an der »Schöllnach« entschieden werden. Die Regierung von Niederbayern hatte die Wähler aus Schöllnstein aufgefordert, neben ihrer Stimme zur damals stattgefundenen Europawahl auch ein Votum darüber abzugeben, in welche Gemeinde ihr Dorf eingegliedert werden soll. Zur Wahl standen auf der einen Seite Iggensbach, auf der anderen Seite Hofkirchen.In geheimer Abstimmung entschieden sich daraufhin von 49 wahlberechigten Bürgern des Dorfes 31 für Hofkirchen und nur 18 für Iggensbach.Glaubte man nun, diese Sache sei für Hofkirchen gelaufen, der sah sich getäuscht. Die Bürgerbefragung sei lediglich eines von verschiedenen Kriterien, die für die kleine »Gebietsreform« in Schöllnstein maßgebend seien, beteuerte die Regierung. Iggensbach sah trotz der Abstimmungsniederlage noch eine Chance und wertete im Einvernehmen mit der Regierung die Wahl als rechtsunverbindlich. Alles war wieder beim Alten.Das Tauziehen begann erneut und härter als zuvor. Auf den Arm genommen fühlten sich die Schöllnsteiner mittlerweile von der Regierung die immer noch keine Anstalten machte, eine baldige Entscheidung zu treffen.Am 1. Juli 1981 fiel dann, nach mehrmaliger Einschaltung von Landtagsabgeordneten, Gemeinderäte, des Bürgermeisters, des Landrates und Kreistages die Entscheidung, daß Schöllnstein in seiner Gesamtheit Zur Gemeinde Iggensbach gehört.

 
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