Geschichte - Schöllnstein

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Geschichte

Unser Dorf

Die Aufzeichnungen der Geschichte Schöllnsteins beginnen mit einer genauen Jahreszahl - 1369 - damals wurde mit dem Bau der Burg zu Schellenstein begonnen. Jedoch wurden Besitzungen und Niederlassungen der Grafen von Hals bereits im 13. Jahrhundert erwähnt.

1369 belehnte Graf Leupolt von Hals die Brüder Seytz Puchberger zu Engelsberg und Otto Puchberger, sowie ihren Vetter Puchberger mit den Gütern zu Sieberding und einem Berg dazu gehörigen Berg, auf dem sie die Burg Schöllnstein bauen sollen. Die Grafen von Hals wollten durch diese Belehung das reiche Geschlecht der Puchberger sich zum Anhänger machen und sich zugleich Teile des von den Ortenburger zund Wittelbacher stark begüterten Gebiet sichern. Dazu existiert eine Urkunde mit folgendem Wortlaut:


Ich, Seycz der Puchpergerzu dem Engelsperg, ich, Ott derPuechperger, sein pruder, und ich, Hans Puechperger, sein veter, unser hausfrawn und all unser erben und nach koemenveriehen offenlich mit dernprief, daz uns deredl unserlieberherr, Graf Leupolt von Hals, verlihen hat die guet zu Sigmerting und haben auch die von im empfangen zu rechten lehen. Dar zu hat er uns sein besunder genad getan umb den perg, der zu den selben gueten gehoert; dar zu er uns seinen willen geben hat, daz wir ein vest auf pawen suellen, di genant ist Schelnstain, mit der beschaiden, daz wir, noch unser hausfrawen, noch unser erben und nachkomen mit der selben vest wider den vorgenannten herren Graf Leupolt von Hals, wider sein hausfrawen, erben und nachkoemen und ander sein laut und laeut nicht tuen suellen in dhainer weis, an all arge list, trewlich an allz gevar. Wer auch, daz iemant den vorgenannten unsern herren von Hals, sein hausfrawen, erben oder nachkornen oder sein lant und sein laeut beschedigen wolt oder an griffvvider recht, geloben wir, unser erben und nachkomen dem vorgenannten unserm herren, seinen erben und nachkomen bey gueten trewn an aidez stat zu helffen mit der vorgenannten vest Schelnstain trewlich an allz gevar. Oder ob in oder sein erben und nachkomen ain ir vest besezzen wuerd und wann si uns dez erTnonten, so suellen wir in mit der vorgenannten vest aber beholffen sein, und sol auch di weil ir offens haus sein, alz lang daz besezz werd, an gevar, uns und unsern erben an schaden an der vesten. Auch geloben wir, daz wir in, unsers obgenannten her-ren von Hals oder seiner nachkomen herscheften und auch von allen den seinen dhainerlay stukch, weder aigen noch lehen, AAe daz genant ist, nicht chauffen noch dar auf leihen suellen an ihren willen, wizzen und wort, an gevar. Wer auch, daz dhainerlay chrieg oder auflaeuff auf erstuend zwischen unsers obgenanten her-ren von Hals arnptlaeuten, dienern, arm und reichen laeuten und zwischen unser amptlaeut, diener, arm und reichen, dar zu sullen wir zu beider seitt nicht tuen, und sol er oder sein nach choemen zwen dar zue geben und wir oder unser nachkomen zwen dar zue, und muegen die vier uber ain cheernen wol und guet. Moechten si awer nicht uber ain choemen, so sullen si ez pringen fuer den edln hern Johansen den Lantgraten, und waz der dar auz macht und tuet, daz sullen wir zu peider seitt staet halten an gevar. Wer auch, daz der vorgenant herr, der Lantgraf nicht enwer, da Got lang vor sey, oder bey dem land nicht enwer, so habent si vollen gewalt, ainen iren frewnt an sein stat zu nemen, der si aller schiedleichst dunch sein, und der hat auch allen gewalt, daz genczlich zu richten alz der vorgenant unser hem der Lantgraf, und daz suellen wir auch zu beiderseitt auch genczlich staet halten an gevar. Wir sullen auch, noch all unser erben und nachkoemen, daz oftgenant haus Schelnstain niemant verchauffen noch verseczen, noch in dhains manns gewalt pringen, ez hab dann der selb ee soelh punt und gelubnuezz unserm oftgenanten herren von Hals oder seinen nachkomen getan alz an dem priefgeshchben stet. Und dar uber zu einer ewigen urchund geben wir in den prief versigelt, ich, Seytz der Puchperger, mit meinem anhangunden insigel. Dar under wir uns, Ott und Hans, di jungen Puechperger, verpinten mit usem trewn, fuer uns und all unser erben und nachkomen an aidez stat, ewichlich allez staet zu halten, daz oben an dem prief verschriben ist, wann wir zu der zeit aigner insigeln nicht enheten. Der prief ist geben an Sand Katrein tag nach Christz gepuerd drewczehen hundert iar und dar nach in dem naeun und sechczigsten jar.

Die Hofmark Schöllnstein
Die Zeit, wann die Hofmark entstanden ist, ist mit Bestimmtheit nicht anzugeben - ob nach Erbauung der Burg oder teilweise schon früher - da bereits im 13. Jarhundert die Grafen von Hals in dieser Gegend Besitzungen hatten und auch schon Niederlassungen erwähnt werden, wie z.B. Siegwerting (Sieberding).

In einer Beschreibung aus dem 18. Jahrhundert waren in der Hofmark Schöllnstein folg. Häuser bzw. Anwesen:
Pflegerhaus; in diesem befand sich auch ein gemauertes Gefängnis. Ein ziemlich großer Raum im Pflegerhaus wurde zur damaligen Zeit auch als Tanzsaal verwendet.

Das Wirtshaus oder die Taferne in der Talschlucht am Fuße des Schloßberges links des Bächleins, welches den Pflegern im Anfang  zur Ergänzung ihres Gehaltes überlassen wurde. Im Taufbuche von 1589 kommt Johann Winher als Pfleger und Wirt vonSchellenstein vor. Unter Pollweils Herrschaft war es vererbrechtet. Der Tafernwirt mußte für den Herrn von Schellenstein ein Windspiel halten und als Reiter im Kriege dienen.

Dem Wirtshaus gegenüber war der Herrschaft "Gmainbad". Diesen ging im 18. Jahrhundert ein und wurde das Haus als Tagwerkerwohnung verleibrechtet, wovon dann im Jahr 1853 die eine Hälfte vom dortigen Wirt gekauft und in einen Marstall umgebaut, während in der andren Hälfte eine Zeit lang die Salzkrämerei ausgeübt wurde.

Zwei Mühlen und eine Sägemühle; die eine obere Mühle stand früher auf der linken Seite des Bächleins hinter dem Baderhaus und ist erst im 19. Jahrundert auf die andere Seite des Baches gebaut worden. Die untere Mühle, wozu auch die Sägemühle gehörte, stand und ist noch heute am linken Ufer des Baches, ganz bei der Mündung des letzteren in die Ohe. Beide Mühlen waren eine Zeit lang Eigentum des Wirtes.

Außer diesen Häusern werden noch erwähnt: Ein Bäckerhaus und 16 Sölden, deren Besitzer sich von der Ökonomie und Betreibung eines Handwerks oder Gewerbe kümmerlich nährten.

Die Anwesen rechts des "Mühlbaches" gehörten zur Pfarrei und Gemeinde Iggensbach und zum Landgericht Hengersberg; die Häuser aber links des Mühlbaches zur Gemeinde Hilgartsberg und zur Pfarrei Hofkirchen und zum Landgericht Vilshofen.
Dieser Mühlbach bildete noch bis vor kurzem dei Grenze zwischen den genannten Gemeinden und den beiden Bezirksämter Vilshofen und Deggendorf.
Heute gehört Schöllnstein politisch komplett zur Gemeinde Iggensbach und damit zum Landkreis Deggendorf

 
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